Die Straße nach Bugango ist ziemlich
frisch gemacht, und es war trocken, so dass die Fahrtzeit aus
und nach Bukoba derzeit "nur knapp über zwei Stunden"
beträgt. - 
Der Bischof traf die weise Entscheidung, die Gemeindeeröffnungsliturgie nicht, wie im "Mwimbieni Bwana" vorgesehen, zu Beginn des Gottesdienstes draußen vor der Kirche zu feiern, sondern erst nach der Evangelienlesung im Gottesdienst, wie es die schreibmaschinengeschriebene Liturgie vorsieht, die er von seinem Vorgänger übernommen hatte. Die letzte Eröffnung einer Gemeinde hatte im Januar 2000 stattgefunden, so dass also Bugango im achten Jahr seiner Amtszeit Bischof Elisa Buberwas erste neue Gemeinde ist. So ermöglichte die hergebrachte Liturgie den Christen von Bugango, die Eröffnung ihrer Gemeinde mitzuerleben, denn um zehn Uhr zu Gottesdienstbeginn waren außer den Gästen aus Bukoba und dem Chor erst wenig Gemeindeglieder anwesend. Der Gottesdienst fing pünktlich um zehn an, denn der Bischof legt auf Pünktlichkeit im Gottesdienst großen Wert.
Als
Gäste anwesend waren Bischof Elisa Buberwa, Generalsekretär
Godwin Lwezaura und Schatzmeister Justone Rwiza, einige Diakonissen,
Superintendent Mathias Buberwa, der Pfarrer der Muttergemeinde
Ngando Pfr. Tito Elias, Pfr. Philbert Mushumbwa aus der Gemeinde
Kyaka, - Pfr. Godlove Marco aus der Gemeinde Minziro hatte es
nicht rechtzeitig nach Kashozi geschafft - der Superintendent
von Kati als Vertreter vom Kirchenparlament der Diözese,
wir (Dr. Anthea Bethge und Pfr. Martin Schmitz-Bethge) als Vertreter
für den Ev. Kirchenkreis Lüdenscheid - Plettenberg und
noch einige Menschen aus dem Kirchenbüro und aus Kashozi.
Nach und nach trafen auch immer mehr Einheimische aus der Gemeinde
Bugango und Chöre und Abgeordnete aus den anderen Filialgemeinden
von Bugango ein.
Der Kirchenälteste las die Geschichte der Gemeinde. Die Ursprünge liegen in Uganda liegen. Die ersten, die sich in den 60er Jahren zum Gebet versammelten, waren neun ugandische Familien, die aus anderen Gegenden nach Bugango gekommen waren. Zuerst wurde im Schatten eines Baumes gebetet, dann eine Graskirche gebaut, dann eine größere mit gedecktem Dach. Die wurde im Idi Amin Krieg zerstört, die Gemeindeglieder in alle Winde zerstreut, und danach musste die Gemeinde praktisch von null anfangen.

Generalsekretär Godwin Lwezaura verlas Richtlinien über die Rechte und Pflichten einer Gemeinde aus der Kirchenordnung.


Die Gemeindeglieder aus jeder der acht zur neuen Gemeinde gehörenden Filialgemeinden wurden gebeten, sich zu zeigen.


Die Pfarrfamilie stellte sich vor: Pastor Anold Mudogo mit seiner Frau und drei Kindern (ganz links die Verwandte, die im Haushalt lebt). Frau Mudogo ist Lehrerin und arbeitete zuletzt in Chato, wo ihr Mann das "Haus der Jugend"leitete. Es ist noch nicht klar, wohin sie sich nun versetzen lassen möchte, aber vielleicht doch eher nach Bukoba als nach Bugango, wo die Verhältnisse an der Grundschule nicht sehr attraktiv sind.


Danach ging der Gottesdienst mit seiner Antrittspredigt, Kollekte und Abendmahl weiter. Gesamtdauer etwa vier Stunden, und das ohne Grußworte, die ausdrücklich erst bei der anschließenden Feier erwünscht waren. Also haben wir uns nur kurz als Stellvertreter der Geschwister in Plettenberg vorgestellt, und die Geschenke erst im zweiten Teil überreicht.

Nach dem Gottesdienst kam erst einmal die übliche Versteigerung, die allerdings vom Bischof persönlich unterbrochen wurde, als sich herausstellte, dass über die versteigerten Güter, ihre Spender und Käufer, und über die erzielten Preise kein Buch geführt wurde. So hielt also der Bischof eine längere Belehrung darüber, wie eine Versteigerung richtig aufzuziehen ist, bevor es dann endlich weitergehen konnte.

Die meisten Anwesenden begaben sich aber schon mal langsam zum Festzelt, das gegenüber der Kirche aufgebaut war.

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Irgendwann waren dann mehr oder weniger alle versammelt - die Gäste im Schatten der wenigen Zeltplanen, die übrige Gemeinde in der Sonne.

Nun durften wir im Namen der Geschwister aus Plettenberg unsere/Eure Geschenke überreichen: Die Kaseln und das Kreuz, hier vor dem Bischof auf dem Tisch liegend.

Gemeindeältester und Evangelist verlasen die zum Anlass übliche risala (Bericht mit Dank und hauptsächlich Bitten) vor dem anwesenden Ehrengast.

Anschließend bekam er natürlich zusammen mit dem geschriebenen Bericht das übliche Geschenk - eine Ziege.
Der Bischof schlug die Bitten an die Diözese praktisch rundweg ab, weil kein Geld da sei. Allenfalls über einen kleinen Zuschuss zum Kraftstoffverbrauch des Pastoren-Motorrads könne man nachdenken. Für das Pfarrhaus hingegen ist von der Diözese kein Schilling zu erwarten.

Schließlich ging die Veranstaltung mit Trommeln und Tanzen
zu Ende. Sämtliche anderen Beiträge, die vielleicht
noch vorbereitet gewesen waren, wurden aber wegen der vorgerückten
Stunde gestrichen, die Gäste hatten ja schließlich
noch mal gute zwei Stunden Fahrt bis Bukoba vor sich.
Nun ist also Bugango die fünfte Gemeinde des Kirchenkreises Kaskazini B/Missenye. Sie besteht aus insgesamt 8 Filialgemeinden: Bwenkoma, Kakunyu, Kitoboka, Lyabatula, Missenye Ranch, Mugululu, Nkurungo und natürlich Bugango.
Herzliche Grüße aus Bukoba
Martin