Bericht vom "Sikukuu ya Udugu"* (*Übersetzung siehe unten)

(Auszüge aus dem Bericht von Pfr. Martin Schmitz-Bethge aus Bukoba)


19.09.2007

Liebe Plettenberger alle,

Am Partnerschaftssonntag, den 16. September 2007, hatten wir einen schönen und sehr langen Gottesdienst. Wir waren im Mtaa* Mushasha, an der Asphaltstraße nach Bukoba, etwa zehn Kilometer hinter Kyaka. Aber das wisst Ihr ja schon. Es ist übrigens nicht der Mtaa von Mwinjilisti* Wilson Wilbard, der im Mtaa* Kyaka, also in der Stadt, tätig ist. Aber gekommen war er natürlich trotzdem, wie auch viele andere Menschen aus den anderen Gemeinden. Leider nicht sehr viele, shida ya usafiri*, Ihr wisst schon. Aber trotzdem war die Banda*, die vor dem Kirchengebäude errichtet war, gut gefüllt.

"Zelt", "Hütte"


Alle Pfarrer und einige Evangelisten waren da und natürlich die Mitglieder des Partnerschaftskomitees. Begleitet wurden wir von vier Chören, dem einheimischen von Mushasha, einem weiteren aus Kyaka, einem aus Minziro und einem aus Ngando. Aus Kashozi war kein Chor und auch nur eine ganz kleine Delegation da, ich weiß nicht warum.

Mchungaji* Mushumbwa, der ja jetzt Gemeindepfarrer von Kyaka und damit der gastgebenden Gemeinde ist, hatte ein großes Programm für den Gottesdienst vorgesehen. Zuerst gab es 20 Taufen.

Taufen

Dann wurden zehn Frauen aus der Kirchenzucht entlassen.

Entlassung aus Kirchenzucht

Und dann gab es noch sechs Kirchenübertritte von Menschen aus anderen Konfessionen (Katholiken, wahrscheinlich aus Anlass einer Ehe).

Neue Gemeindemitglieder

Der eingeladene Prediger des Tages (Mchg* Martin Schmitz-Bethge) bezog den gemeinsamen Predigttext auf die Partner- oder richtiger Geschwisterschaft, mit dem Kerngedanken, dass, bei allen Anstrengungen und Sorgen, die wir in unsere Partnerschaft stecken, es Gott selbst ist, der uns zu Geschwistern macht.

Pfr. Martin Schmitz-Bethge

 

 

 

Das Grußwort von Superintendent Klaus Majoress, verlesen vom Mchungaji wa Jimbo* (leider fotografisch nicht dokumentiert) erinnerte daran, dass wir über den vormaligen Kirchenkreis Lüdenscheid ja auch mit einem Partnerkirchenkreis in Indonesien verbunden sind. Mchg* Bubelwa erzählte auch noch einmal, dass die letztjährige Delegation in Deutschland ebenfalls eine indonesische Delegation getroffen hatte. Und im Altarraumschmuck war Indonesien ebenfalls vertreten mit einer Stola und einem geschnitzten Modell eines Hauses.



Der Gottesdienst schloss mit dem gemeinsamen Abendmahl (fotografisch ebenfalls nicht dokumentiert).

 

Direkt im Anschluss, ohne dass wir unsere Plätze verließen, gab es ein kleines Programm mit Chören, einer Spielszene der Kinder (auf Kihaya, und inhaltlich nicht auf Partnerschaft bezogen) und den Grußworten der Vorsitzenden Ma Yulitha Sewava

Vorsitzende Partnerschaftskommitee: 
Ma Yulitha Sewava

und der Mgeni Rasmi* Dr. Anthea Bethge.

Dr. Anthea Bethge

Hier sind im Hintergrund mal alle Pfarrer zu sehen, die Ihr ja erst teilweise von Angesicht zu Angesicht kennt. Von links nach rechts: Mchg* Tito Elias, Ngando; Mchg* Stanslaus Kahigwa, Kashozi; Mchg* Philbert Mushumbwa, Kyaka; Mchg* Godlove Marko, Minziro; und der Mchg wa Jimbo*, Mathias Bubelwa. Ein weiteres Gruppenbild zeigt die ersten vier etwas größer, als sie sich der versammelten Gemeinde vorstellen, denn auch für die Christen von Kaskazini B* sind sie ja noch neu, noch "wageni"*.

Pfarrer in Missenye

Am Ende des Programms, alles offiziell noch zum Gottesdienst gehörend, stand dann die Versteigerung, die Mnada.

Kollekte

Im Mtaa* von Mushasha war Erntedank, und zwar speziell für "Viumbe Hai", lebende Geschöpfe. Sprich, es wurden Spenden von Vieh erwartet. Es waren dann am Ende ungefähr sieben oder acht Hühner, die versteigert wurden, keine Ziegen oder gar Kühe wie in reicheren Gemeinden. Aber drumherum gab es noch viel von dem, was die Shamba so alles hergibt, insbesondere große Mengen Kaffee zu sehr kleinen Preisen. Wir haben uns bemüht, die Einnahmen ordentlich zu steigern.

Fertig mit allem waren wir dann so gegen halb vier nachmittags, und konnten zum Mittagessen gehen. Das ist ja hier völlig normal, aber wir haben noch mal erzählenderweise gesagt, dass deutsche Gäste doch eher darauf geeicht sind, so gegen eins etwas zu Essen zu bekommen. Und wenn zwei Uhr durch ist, dann nehmen sie an, dass das Mittagessen ersatzlos ausgefallen ist, und könnten etwas überrascht sein, wenn sie um vier noch zu Tisch gebeten werden. Aber wir sind ja inkulturiert. Und Ihr ja auch.

Wir haben noch viele Male lobend hervorgehoben, dass die Plettenberger mit zu den besten Partnern in der Diözese gehören, die Partnerschaft fest verankert nicht nur in den offiziellen Kanälen, sondern durch viele Freundschaften und private Besuche, mit ganz viel intuitivem und erarbeitetem Verständnis für die hiesige Kultur und ihre Eigenheiten, mit einer großen Bereitschaft, sich auf die tansanischen Partner einzulassen und sie wirklich zu verstehen, was ja übrigens auch die umgekehrte Bereitschaft der tansanischen Partner steigert.

Und wirklich: Wir finden es toll, wie die Partnerschaft und die Beziehung Kaskazini B* (= Missenye) - Plettenberg funktioniert!

Herzliche Grüße von Anthea und mir

Martin




* Übersetzung (Kiswahili - Deutsch) :

 Sikukuu ya Udugu  Partnerschaftssonntag (Feiertag der Partnerschaft)
 Mtaa  Filialgemeinde
 Mwinjilisti  Evangelist
 shida ya usafiri  Reiseproblem
 Banda  Zelt, Hütte
 Mchungaji / Mchg  Pfarrer
 Mchungaji (Mchg) wa Jimbo  Superintendent
 Mgeni Rasmi  offizieller Gast
  "wageni"  "Gäste"
 Kaskazini B   = Nord B = MISSENYE