Gemeinsam auf Gottes Wort hören

In diesem Kapitel haben wir die Bibeltexte und Auslegungen gesammelt, die uns bei unserer Jubiläumstagung Richtung und Ziel gewiesen haben.

Andacht zur Eröffnung am 8. August 2004
gehalten von Distriktpfarrer Christian Sindano
Psalm 133: Siehe, wie fein und lieblich ist's, wenn Brüder einträchtig beieinander wohnen! Es ist wie das feine Salböl auf dem Haupte Aarons, das herabfließt in seinen Bart, das herabfließt zum Saum seines Kleides, wie der Tau, der vom Hermon herabfällt auf die Berge Zions! Denn dort verheißt der HERR den Segen und Leben bis in Ewigkeit.

Bibelteilen am 8. August 2004

1. Mose 12, 1-3: Und der Herr sprach zu Abram: Geh aus deinem Vaterland und von deiner Verwandtschaft und aus deines Vaters Hause in ein Land, das ich dir zeigen will. Und ich will dich zum großen Volk machen und will dich segnen und dir einen großen Namen machen, und du sollst ein Segen sein. Ich will segnen, die dich segnen, und verfluchen, die dich verfluchen; und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf Erden.

 

Abendandacht am 8. August 2004
gehalten von Pfarrer Achim Riggert

Joh 3, 16: Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.
Liebe Schwestern und Brüder,
es ist spät geworden und wir haben heute schon viel zugehört. Ich beschränke mich in meiner Auslegung deshalb auf einige wesentliche Gedanken.
Dieser Vers aus dem Johannesevangelium bezeugt die grenzenlose Liebe des dreiei-nigen Gottes. Die Liebe zwischen Vater, Sohn und Heiligem Geist, die voller Leben ist und auch den Tod auf sich nimmt, um ihn zu überwinden, um Leben zu geben und zu schaffen und Menschen zu retten.
Diese Liebe übersteigt nach dem Zeugnis unseres Apostels alles, was wir uns vorstel-len können. Sie gilt nicht nur vor allem den eigenen Lieben, also den eigenen Kindern oder anderen Familienmitgliedern. Sie gilt auch nicht nur den Mitgliedern des eige-nen Volkes oder Landes, oder nur den Angehörigen der eigenen Religion oder Konfession. Oder nur den Bewohnern des eigenen Kontinents. Nein, sie ist grenzenlos. Gilt, wie es in unserem Vers ausdrücklich heißt, der ganzen Welt, dem Kosmos, oder, wie wir auch sagen können: der ganzen weltweiten Ökumene. Mit dem Ziel, dass alle Welt von dieser Liebe erfasst und so gerettet und zu einem Leben in Fülle geführt wird.
Ich denke, wir können das nur staunend zur Kenntnis nehmen. Diese Liebe Gottes, ihre unbegreiflichen Wege und ihr großes Ziel sprengt alles, was wir sonst kennen und praktizieren. Denn das ist es ja, was viele Menschen gerade hier in Afrika, aber auch in Europa, immer wieder erleben müssen: Sie werden ausgegrenzt und ausgeschlossen. Sie bekommen keine Chance, werden links liegen gelassen oder vergessen, insbesondere durch ungerechte oder unzureichende weltwirtschaftliche Strukturen. Ich denke zum Beispiel an die Millionen Arbeitslosen bei uns in Deutschland, und auch an die Arbeitslosen hier in Tansania.
Unser Vers aus dem Johannesevangelium bringt demgegenüber klar zum Ausdruck: Gott will das nicht. Er will etwas anderes. Er will, dass keiner verloren geht, dass jeder und jede seine Chance bekommt und sein Recht.
Ich verstehe das auch als eine große Ermutigung für unsere Partnerschaft. Hier ereig-net sich ja ganz konkret etwas von der Grenzüberschreitung, von der in dem Vers im Johannesevangelium die Rede ist: Wir begegnen einander über die Grenzen von Rasse und Herkunft hinaus; wir bezeugen einander das Evangelium von der Liebe Gottes für uns und alle Welt, was das Entscheidendste und Wichtigste ist; wir planen gemeinsame Projekte, um anderen zu helfen; wir reden über Fragen der Mission und der Gerechtigkeit in unseren Ländern usw. Das sind natürlich nur kleine Zeichen, aber Zeichen die ganz auf dieser Linie Gottes liegen. Sie leben von seiner grenzenlosen Zusage und tragen sie weiter. Und was kann es Schöneres und Sinnvolleres und Verheißungsvolleres geben? Amen.

Bibelteilen am 9. August 2004

Apg 4, 32-37: Die Menge der Gläubigen aber war ein Herz und eine Seele; auch nicht einer sagte von seinen Gütern, dass sie sein wären, sondern es war ihnen alles gemeinsam. Und mit großer Kraft bezeugten die Apostel die Auferstehung des Herrn Jesus, und große Gnade war bei ihnen allen. Es war auch keiner unter ihnen, der Mangel hatte; denn wer von ihnen Äcker oder Häuser besaß, verkaufte sie und brachte das Geld für das Verkaufte und legte es den Aposteln zu Füßen; und man gab einem jeden, was er nötig hatte. Josef aber, der von den Aposteln Barnabas genannt wurde- das heißt übersetzt: Sohn des Trostes -, ein Levit, aus Zypern gebürtig, der hatte einen Acker und verkaufte ihn und brachte das Geld und legte es den A-posteln zu Füßen.

Abendandacht am 9. August 2004
Meditation vorbereitet von der Gemeinde Minziro

Apg 2, 42: Sie blieben aber beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet.

Mehrere Gemeindeglieder aus Minziro haben uns durch die Meditation geleitet. Sie benutzten das Bild des Klaviers mit seinen schwarzen und weißen Tasten. So wie diese in voller Harmonie Seite an Seite existieren, so soll es auch unter den Menschen verschiedener Herkunft sein.