Grußwort von Dr. Ruth Risch

Vorsitzende des deutschen Arbeitskreises Partnerschaft Missenye-Plettenberg

Dr. Ruth Risch

Liebe Freunde der Partnerschaft Missenye-Plettenberg,

ich beginne mit den Worten, mit denen ich seit nunmehr 16 Jahren einmal im Monat zu den Zusammenkünften des Arbeitskreises Partnerschaft Missenye-Plettenberg einlade.

20 Jahre Partnerschaft – für mich fing alles damit an, dass 1986 unser Pfarrer an uns herantrat: „Ihr habt doch ein Gästezimmer. Könnt Ihr nicht für 10 Tage einen tansanischen Pfarrer bei Euch aufnehmen?“ Das war Reverend Hezekiel Balira, der damalige Superintendent des Kirchenkreises Missenye bei dem ersten Partnerschaftsbesuch in Deutschland. Die Begegnung mit ihm und die nachfolgende Reise mit der ersten Partnerschaftsdelegation nach Missenye haben den Grundstein für mein langjähriges Engagement für diese Partnerschaft gelegt.

Viele Menschen aus den Kirchenkreisen Missenye und Plettenberg sind seitdem einander begegnet, hier wie dort. Auch persönliche Freundschaften sind entstanden. Viele Menschen in den Gemeinden unserer Kirchenkreise habe den Gedanken der Partnerschaft positiv aufgenommen und weitergetragen. Und viele Menschen haben sich entschlossen, auch aktiv an dieser Partnerschaft mitzubauen – der Arbeitskreis wuchs von anfangs drei bis fünf Mitgliedern auf heute 20 – 25.

Für mich gab es in dieser Arbeit über all die Jahre viele „ups“ und auch manche „downs“, Zeiten wunderbarer Begegnungen und tief empfundenen Miteinanders, aber auch Zeiten menschlicher Enttäuschung, in denen nur die Erinnerung an die glaubensfrohen Menschen in Missenye und die große Akzeptanz in den Gremien und Gemeinden unseres Kirchenkreises mir den nötigen Mut gaben, meine Zeit weiterhin für diese Arbeit einzusetzen.

„... auf dass sie alle eins seien.“ So betet Jesus in Joh 17,21 für seine Jünger und für seine zukünftige Gemeinde, die sich mittlerweile über alle Erdteile verbreitet hat und die Menschen aller Kulturen umfasst. „Eins sein“ heißt sicher nicht „gleich sein“ – das ist aufgrund der Verschiedenartigkeit der weltweiten Christenheit schlichtweg unmöglich und wäre – nebenbei gesagt – wohl auch ziemlich langweilig. Gemeint ist doch wohl: trotz aller Verschiedenartigkeit hinsichtlich Kultur, Traditionen, Hautfarbe, Lebensverhältnissen ... und gerade in dieser bunten Vielfalt eins zu sein im Glauben an den einen Herrn, zu der einen Gemeinde Jesu Christi zu gehören, Glieder des einen Leibes zu sein. Verschieden und doch eins, das heißt doch auch: was der eine nicht kann, kann vielleicht ein anderer; erst die Gemeinsamkeit macht stark. Als Christen sind wir niemals allein, sondern in eine weltweite Gemeinschaft eingebunden.

Unsere Partnerschaft, über der als Motto diese Worte Jesu stehen, macht einen kleinen Ausschnitt dieser weltweiten Einheit im Glauben erfahrbar, indem wir Christen in Missenye und in Lüdenscheid-Plettenberg einander kennen und verstehen lernen und einander im Glauben beistehen.

Lasst uns weiter an dieser Partnerschaft bauen!

Ruth Risch