Hungersnot in Ostafrika - auch der Partnerkirchenkreis Missenye ist betroffen

Informationen über eine Hungersnot in Ostafrika infolge anhaltender Dürre gibt es bereits seit einiger Zeit. Anfang März erreichte den Kirchenkreis Lüdenscheid-Plettenberg eine Bitte um Hilfe für den Partnerkirchenkreis in Missenye/Tansania. Der Generalsekretär der Nordwest-Diözese, Godwin Lwezaura, schildert die Folgen der Trockenheit und sendet gleichzeitig eine tabellarische Aufstellung über besonders betroffene Gebiete im Bereich der Diözese.

Die Situation ist kritisch. Zweimal in Folge sind die Regenfälle im Frühjahr und im Herbst 2005 wesentlich geringer ausgefallen oder gar ausgeblieben, was zu erheblichen Ernteeinbußen in weiten Teilen Ostafrikas führte - auch in Tansania.

Die meisten Menschen haben nur die Hälfte oder ein Viertel der üblichen Bohnenernte eingefahren. Die Maisernte ist in großen Teilen der Region ganz verdorrt. Das ist lokal ganz verschieden. Im Kirchenkreis Missenye sind viele Teile von Ngando und einige von Kyaka am meisten betroffen.

Auch das Wasser wurde knapp, einige Quellen und Bäche trockneten ganz aus, Flüsse führen nur noch wenig Wasser; der Wasserspiegel des Viktoriasees ist beträchtlich gesunken. Die Menschen müssen teilweise 40 bis 60 km gehen, um Wasser zum Trinken und Kochen zu finden.

Die Beauftragte für das Gesundheitswesen in der Diözese berichtet, dass die Dürre jetzt schon kritische Folgen hat: Viele Frauen, die einen sehr weiten Weg zur nächsten Wasserstelle gehen müssen, nehmen dann besonders große Eimer mit. So gab es viele Fehlgeburten gerade von Frauen, die im 6. oder 7. Monat schwanger waren.

Vielfach fehlen die Kinder der Klassen 5-7, weil sie ja schon groß genug sind, um weite Strecken Wasserholen geschickt zu werden.


In den Grundschulen (die 7 Schuljahre umfassen) wurde gerade mit viel Mühe die Sitte etabliert, dass Eltern Mais für Ugali (Maisbrei) beisteuern, damit die Kinder zwischen 7:30 und 15:00 Uhr überhaupt etwas zu essen bekommen. Das funktioniert wegen der fehlenden Maisernte nicht mehr. Auch die Bohnen, die zum Verkauf bestimmt waren, damit man Zucker kaufen kann, werden nicht gebracht. So gibt es kein Essen mehr selbst in den Vorzeige-Grundschulen.

Allein in Missenye werden 367 Tonnen Mais benötigt, um die Menschen bis zur nächsten Ernte vor dem Verhungern zu bewahren. (Im Bereich der gesamten Diözese liegt der Bedarf bei 11426 Tonnen Mais). Wer helfen möchte, kann dies mit einer Spende auf das Konto des Kirchenkreises Lüdenscheid-Plettenberg: Kontonummer: 562, BLZ 458 500 05, Sparkasse Lüdenscheid; Stichwort: "Hungersnot Missenye". Spendenbescheinigungen werden ausgestellt, bitte die Angabe der Adresse nicht vergessen.

c/o Arbeitskreis Partnerschaft Missenye - Plettenberg im Kirchenkreis Lüdenscheid-Plettenberg